Stavenhagener Schulgeschichte

"Der heutige Tag ist ein Resultat des gestrigen. Was dieser gewollt hat, müssen wir erfor­schen, wenn wir zu wissen wünschen, was jener will. " (Heinrich Heine) In Heines Sinne sei unserem Programm ein Blick in die Stavenhagener Schulgeschichte vorangestellt.

Erste Zeugnisse der "wissenschaftlichen Bildungsanstalten", wie sie Fritz Reuter nannte, sind in dessen Schrift "Meine Vaterstadt Stavenhagen" nachzulesen: "Es gab in Stavenhagen drei solcher Bildungsanstalten für den menschlichen Geist und Marteranstalten für das menschliche Sitzfleisch:... de Becker-Schaul', de Köster-Schaul' un de Rektor-Schaul'." Über die Lernmethoden in diesen Schulen weiß er zu berichten:"... von dem, was man heutzutage Methode nennt, war in allen dreien nicht die Rede, bloß in der Rektor‑Schule wurden die Prügel nach einer festgestellten Methode verabfolgt ... ". Fritz Reuter blieben diese Schulen erspart, er wurde von seinem Onkel Herse und von seiner Mutter unterrichtet. Über die nachfolgenden Jahre geben drei umfangreiche Schulchroniken Einblick. Schon damals zeigte sich, dass die Stadt um immer bessere Bedingungen für den Schulunterricht bemüht war. Diese gute Tradition hat sich bis heute erhalten.

Bereits 1838 unterrichteten im neuen Schulhaus (heute: Alte Schulstraße 13) vier Lehrer. Nach 1860 wurde der Schulhof bis an die Bleiche um einen Turnplatz erweitert, auf dem die oberen Klassen regelmäßig Turnunterricht erhielten. Dennoch reichten die Bedingungen nicht aus; so beschloss 1909 die Stadt eine neue Schule mit eigenen Mitteln zu errichten. Sie wurde 1910 eingeweiht und beherbergt heute die „Fritz-Reuter-Grundschule“. Damals befanden sich in dem zu dieser Zeit sehr modernen Gebäude die neben der "Volksschule" auch die "Mittelschule" und die "Höhere Töchterschule“. Den Namen Fritz Reuters hatte sie bereits 1938 erhalten.

Nach 1945 beherbergte das Haus in der Goethestraße eine Grund‑, eine Mittel‑, eine Berufs, eine Sonderschule und ein Gymnasium. 1953 zogen die Mittelschule und das Gymnasium in das Schlossgebäude. Im umgebauten "Schützenhaus" war das Internat für das Gymnasium untergebracht. 1958 wurde der letzte Abiturlehrgang in Stavenhagen unterrichtet, danach mussten die Gymnasiasten nach Malchin fahren. Aus dem Schloss wurde eine eigenständige Schule, die den Namen "Fritz‑Reuter‑Oberschule II“ erhielt. Seit dem Schuljahr 1959/60 wurden die Schulen in den umliegenden Dörfern Grammentin, Basepohl, Ritzerow, Galenbeck und Gülzow zum Teil aufgelöst. Dort wurde nur noch in den Klassen 1 bis 4 unterrichtet. Die oberen Klassen erhielten Unterricht in Stavenhagen, auch diese Grundschulen wurden später aufgelöst. Ab 1969 gab es wieder nur eine Schule in Stavenhagen, die Schüler der Klassen 1 bis 4 wurden im Schlossgebäude und die Klassen 5 bis 10 in der Goethestraße unterrichtet. Die Kinder des Grundschulbereiches konnten den Hort besuchen, der sich in einer ‑ heute abgerissenen ‑ Baracke am Ivenacker Tor befand.

Durch die Errichtung eines großen Armeeobjektes in Basepohl wurde Stavenhagen zu einer Garnisonsstadt. Mit der Bevölkerung wuchs auch die Zahl der Schüler, so dass die beiden Schulhäuser nicht mehr ausreichten. 1977 wuchs der erste Schulneubau in der August‑Seidel­Straße mit einer Turnhalle, die Schule erhielt später den Namen "Ernst Schneller". 1979 folgte dann mit der "Edwin-Hoernle-Oberschule" in der Straße am Wasserturm  der zweite Neubau. Das Schloss musste nun nicht mehr als Schulgebäude genutzt werden. 1982 wurde es zum Haus der Freizeit für Kinder und Jugendliche. Und schließlich kam 1988 mit der "Hilde‑Coppi‑Oberschule" die dritte neue Schule in der Straße des Friedens hinzu.

1989

Mit dem Jahr der politischen Wende in der ehemaligen DDR begannen auch in den Schulen tiefgreifende Veränderungen. Sehr früh setzten sich Lehrer, Eltern, aber auch Vertreter der Stadt zusammen, um die Weichen für ein neues Kapitel in der in der Schulge­schichte unserer Stadt zu stellen. 1990 wurde die Idee geboren in Stavenhagen wieder eine gymnasiale Ausbildung anzubieten. Auf Initiative von Lehrern erfolgten nun zwischen den Schulen intensive Beratungen in enger Zusammenarbeit mit der Stadt und mit Eltern zur künftigen Schulstruktur. Dort wurde auch der Plan zur Bildung einer Kooperativen Gesamtschule gefasst, die alle drei Schulzweige unter einem Dach vereinigen sollte.

1991

Es beginnt  ein neues Kapitel der Stavenhagener Schulgeschichte: Nach Ende des Schuljahres 1990/91 werden die bisherigen Polytechnischen Oberschulen aufgelöst. Im Land Mecklenburg-Vorpommern bilden sich drei Kooperative Gesamtschulen ‑ eine davon in Stavenhagen. Frau Ewald übernimmt die Leitung der Schule. Die neue Schule nutzt die Gebäude der ehemaligen Ernst-Schneller- und der Edwin-Hoernle­Oberschule. Es ist ein bewegtes Jahr, gilt es doch aus bisher vier Schulen eine neue zu formen, die die Klassen 5 bis 10 umfasst: ein neues Lehrerkollegium, neue Klassenverbände, neue Stundenpläne, neue Lehrpläne, neue Lehrbücher, ein neues Schulgesetz, neue Verordnungen und Erlasse, all das bedeutet viel Unruhe, neue Anforderungen nicht nur in den Bildungs-und Erziehungsinhalten, sondern auch im Umgang miteinander.

1992

Neben den inhaltlichen Veränderungen beginnen umfangreiche Sanierungsarbeiten in und an der Schule. Unter anderem wird auch ein erstes Computer-Kabinett für den Informatikunterricht fertiggestellt                                                            

                    1994

Nach den ersten unruhigen Schuljahren geht es nun um die Herausbildung des zukünftigen eigenständigen Profils der Schule. Die räumlichen Bedingungen müssen dazu geschaffen werden. Neue, modern ausgestattete Fachkabinette entstehen und im Juni wird die 3-Felder-Sportanlage ihrer Bestimmung übergeben.

                                1996

Am 25. September erhält die Schule den Namen "Reuterstädter Gesamtschule". Partnerschaften zu Schulen in Litauen, Dänemark und Polen entstehen. Mit dem ersten "Weihnachtskonzert" beginnt eine neue Tradition. Schüler aller Schulzweige zeigen ihr künstlerisches, aber auch sportliches Können; ebenso beweisen die Pädagogen ihre gesanglichen Fähigkeiten im Lehrerchor.           

2000

Beide Grundschulen werden zusammengelegt, so dass alle Grundschüler das Haus in der Goethestraße nutzen. Die ehemalige Grundschule I (Straße des Friedens)  wird ab März vor allem für die Orientierungsstufe und den Hauptschulzweig genutzt unserer Schule genutzt. Das Haus II in der August‑Seidel Straße wird abgerissen, um Platz für eine neue, größere Turnhalle zu schaffen.                                                

2001

Zum 10jährigen Bestehen der Schule wird ihr als erster im Landkreis Demmin der Name "Europaschule" verliehen.

Mit Beginn des Schuljahres 2001/02 übernimmt Herr Trautmann die Leitung der Schule. Die Schule beginnt in den Klassen 5 und 6 als Ganztagsschule. Die Konzeptgruppe "Schulprogramm" nimmt ihre Arbeit auf mit dem Ziel, über das einzelne Schuljahr und über den Schulalltag hinaus zu denken und die Schule weiter zu profilieren.

                                 2002

Im Februar wird die neue 2-Felder-Sporthalle eingeweiht.

2003

Die erste Schülerfirma „Café olé“ gründet sich als Pausenversorgung am 8. März. Mit Beginn des Schuljahres 2003/04 beteiligt sich die Reuterstädter Gesamtschule am Schulversuch „Qualitätsentwicklung von Schulen im ländlichen Raum“ mit dem Schwerpunkt der stärkeren Eigenverantwortung und Selbstständigkeit. Eine Verbesserung der Lehrerkommunikation in Form von Jahrgangsstufenkonferenzen wird durch die Mitarbeit am Projekt LiT“-Qualitätsentwicklung im Team" erreicht.

2004

Höhepunkt des Jahres ist die Ausrichtung des Gesamtschultages des Landes MV. Zu Gast sind der Bildungsminister Prof. Dr. Metelmann und Vertreter aller Gesamtschulen Mit Beginn des Schuljahres 2004/05 nimmt die RGS am 3-jährigen Modellvorhaben Mehr Selbstständigkeit an Schulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern  teil. Im Winter 2004 beginnt das Kollegium mit einer freiwilligen zusätzlichen schulinternen Lehrerfortbildung.

2005

In der letzten Schulwoche wird das Haus II komplett ausgeräumt und damit für die Rekonstruktion durch einheimische Unternehmen vorbereitet.

2006

Die Umbauten werden pünktlich im Juni abgeschlossen, sodass wir Schüler und Lehrer gemeinsam noch in der letzten Woche des alten Schuljahres von dem hervorragend eingerichteten Gebäude Besitz ergreifen können. Gleichzeitig nimmt das Außengelände des Hauses I Gestalt an. Kletterwand und Sitzecken sind während der Tiefbauarbeiten schon zu erahnen. Nur wenige Wochen nach Beginn des neuen Schuljahres können wir auch unseren neu gestalteten Schulhof einweihen. Eine Neuerung für dieses Schuljahr ist auch die Einführung von Profilklassen in Sport, Kunst (Keramik) und der Orchesterklasse, in denen die Schüler ihre besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten weiter ausprägen können. Die Schülerfirma „Paukakademie“ bietet seit September Nachhilfe für Schüler an. Die Schüler der 5. Klassen  lernen erstmalig schulartunabhängige in der Orientierungsstufe. Es erfolgt keine äußere Differenzierung. Eine weitere Errungenschaft ist die Wiedereinführung der Sekundarstufe 2 in der Reuterstadt mit zwei 11. Klassen im Schuljahr 2006/07. Am 20.11.06 gründet sich das Schulkuratorium. Gemeinsam mit der Grundschule Stavenhagen, der evangelischen Grundschule Ivenack und der Grundschule Mölln wird in pädagogischer und struktureller Hinsicht eine noch bessere Zusammenarbeit angestrebt. Dazu zählen auch außerschulische Institutionen. Die Schule erhält am 15. September den Titel „Umweltschule in Europa mit einem Stern“.

2007

Unser erster Oberstufentag fand am 14. Juni unter großer Resonanz in der Öffentlichkeit statt. Schüler des Gymnasiums, vor allem der Klassen 10 und 11, präsentierten Ergebnisse aus dem Unterricht und aus Projektkursen in vielfältigster Form. Am 27. Juni wurde unserer Schule im Schloss Hasenwinkel durch den Bildungsminister und der Arbeitgebervereinigung Nordmetall der Titel „Selbstständige Schule“ zum Schluss des dreijährigen gleichnamigen Modellvorhabens verliehen.,

 

2008

Mit dem ersten Tag des Schuljahres 2008/ 2009 können die SchülerInnen von dem neuen Schulhof des Hauses 2 Besitz ergreifen. Zur offiziellen Einweihung, die am 09.09.2008 stattfindet, kommt auch der Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft des Landes Mecklenburg - Vorpommern, Henry Tesch. er überbringt gleichzeitig die Nachricht, dass die Probephase der  gymnasialen Oberstufe in Stavenhagen beendet ist- und damit dauerhaft im Bestand gesichert.

Im Haus 1 werden die Voraussetzungen für das so genannte Produktive Lernen geschaffen. Dazu zählt vor allem die Umgestaltung von Unterrichtsräumen und die Ausrüstung mit Computern.

 

 

2010

FeuerschutztürSeit dem 01.04.2010 trägt die Reuterstädter Gesamtschule den Status einer Seminarschule und beginnt mit der Ausbildung von Referendaren. Insgesamt 3 Referendare nehmen ihren Dienst auf und werden durch 2 Studienleitrinnen und 6 MentorInnen betreut.

In den Sommerferien erfolgen erneut umfassende Baumaßnahmen. Das gesamte Haus 1 erhält Feuerschutztüren.

 

 

2011
2012
2013
Von Beginn an sah die Schule nicht nur einen Auftrag darin, Jugendlichen auf den Weg in die Berufsausbilkdung entsprechende Bildungs-Voraussetzungen zu ermöglichen, sondern sie begeleitete die Kinder und Jugendlichen auch aktiv bei der Vorbereitung auf das Berufsleben. Deshalb erhielt sie die Auszeichnung "Schule mit vorbildlicher Berufsorietierung" und darf das Berufswahlsiegel tragen. Gleiches gilt aber auch für die Studienorientierung im Bereich des Gymnasiums.
2014
Eine große Vielzahl von kleineren und größeren Veranstaltungen, Projekten, Expositionen, Theateraufführungen, Konzerten... prägte das Jahr. Besonderer Schwerpunkt: 750 Jahre Stavenhagen.
Mit mehreren Projekten unterstützte die Schule das Stadtjubiläum. Unter anderem entstand in einem Projektkurs der gymnasialen Oberstufe das Modell der 1945 abgebrannten Westseite des Markplatzes.

2015
Mit Beginn des Schhuljahres 2015/ 2016 befindet sich die Schule im 25sten Jahr ihres Bestehens. Sie ist damit die traditionsreiches Kooperative Gesamtschule des Landes. Dazu sind eine Vielzahl von Veranstaltungen geplant, die sich über das gesmate Schuljahr verteilen. Zum Höhepunkt wird dann die letzte Schulwoche, in der auch die Festveranstaltung stattfinden wird.
Im Herbst erfolgen eine Reihe von Sanierungsmaßnahmen. So werden die Fachräume für Physik, Biologie und Chemie neu gestaltet.