Fortbildungskonzept der Reuterstädter Gesamtschule Stavenhagen

 

„Wer immer nur tut, was er schon kann, bleibt immer nur das, was er schon ist!“

 

Rahmenbedingungen der Lehrerfortbildung

 

Wesentliche Grundlagen zur staatlichen Lehrerfortbildung ergeben sich in Mecklenburg-Vorpommern seit 2009 aus dem Schulgesetz sowie aus den Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zur Qualitätssicherung, zur Fort- und Weiterbildung sowie zur Budgetierung von Fortbildungsmitteln. Seit 2007 wurde darüber hinaus eine Umstrukturierung der bisherigen Form der Lehrerfortbildung und Lehrerqualifizierung vorgenommen, die mit der Entwicklung des Instituts für Qualitätsmanagement M-V (IQM-V) verbunden war.

Wichtige Aussagen des Schulgesetzes, der Verordnungen und der Verwaltungsvorschrift werden nachfolgend zusammengefasst.

 

Schulgesetz, Verordnungen, Verwaltungsvorschriften

 

Das zum Schuljahr 2009/ 2010 in Kraft getretene Schulgesetz (SchulG) des Landes M-V stellt – neben der vorläufigen Dienstordnung- eine wichtige Grundlage dafür dar, dass Lehrerinnen und Lehrer sich fortbilden müssen, um den sich ändernden Anforderungen der schulischen Praxis gerecht zu werden: Sie sind entsprechend § 100 Abs 5, SchulG M-V verpflichtet, „… sich zur Erhaltung der Unterrichtsbefähigung fort- und

weiterzubilden.“ Zu den Aufgaben der Schulleiterinnen und Schulleiter gehört es, auf die Fortbildung der Lehrkräfte hinzuwirken (§ 101, Abs 4, Pkt 4 SchulG M-V).

Des Weiteren sind Anforderungen und Strukturen von Fort- und Weiterbildung im so genannten „Fortbildungserlass“ geregelt. Dieser ist hier vollständig abgedruckt.

 

Fortbildung der Lehrkräfte an den öffentlichen Schulen des Landes Mecklenburg- Vorpommern (Fortbildungserlass)

 

1. Allgemeines

1.1 Die Lehrkräfte sind im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit zur Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen im Sinne dieses Erlasses verpflichtet.

1.2 Lehrerfortbildungsveranstaltungen sollen die Lehrkräfte in die Lage versetzen, den sich ändernden Anforderungen ihres Berufes zu entsprechen.

1.3 Die Verpflichtung zur Fortbildung umfaßt auch die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen außerhalb der Unterrichtszeit.

 

2. Durchführung der Fortbildungsveranstaltungen

 

2.1 Planung, Organisation und Durchführung der Lehrerfortbildungsveranstaltungen des Landes M-V obliegt dem IQMV

2.2 Dem IQMV obliegt die Zuständigkeit der Anerkennung oder Ablehnung von Fortbildungsveranstaltungen Dritter.

 

3. Genehmigung

 

Anträge zur Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen bedürfen der Genehmigung durch den zuständigen Schulleiter.

 

4. Dienstbefreiung

 

4.1 Für die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen kann den Lehrkräften bis zu 5 Tagen Dienstbefreiung je Schuljahr vom Schulleiter gewährt werden, sofern dienstliche Gründe einer Genehmigung nicht entgegenstehen.

 

4.2 Für Fortbildungsveranstaltungen bei einer Dauer von mehr als 5 Tagen kann die oberste Schulaufsichtsbehörde den Lehrkräften weitere Dienstbefreiung erteilen.

4.3 Die oberste Schulaufsichtsbehörde kann die Befugnis nach Nr. 4.2 dieses Erlasses auf die untere Schulaufsichtsbehörde bzw. auf die Schulleiter der beruflichen Schulen delegieren.

 

5. Schulinterne Fortbildung – Pädagogische Klausurtagung

 

5.1 Neben den zentralen und regionalen Fortbildungsveranstaltungen wird in jeder öffentlichen Schule schulinterne Lehrerfortbildung in eigener Verantwortung geplant und durchgeführt. Die schulinterne Fortbildung muss sich inhaltlich an der Umsetzung des Schulprogramms orientieren.

5.2 Je Schulhalbjahr, an beruflichen Schulen je Schuljahr, ist an jeder Schule an einem unterrichtsfreien Tag eine schulinterne Fortbildung als Pädagogische Klausurtagung durchzuführen.

5.3 An den allgemeinbildenden Schulen kann in besonders begründeten Fällen eine Pädagogische Klausurtagung an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im Schuljahr durchgeführt werden. Diese muss inhaltlich plausibel und von der Lehrer- und

Schulkonferenz beschlossen sein.

 

Fortbildungsplanung und Schulentwicklung

 

Der Lehrerfortbildung kommt für die dauerhafte Stärkung der Leistungsfähigkeit von Schulen eine bedeutende Rolle zu. Sie hat den Auftrag, Lehrerinnen und Lehrer bei der Erweiterung ihrer fachlichen, didaktischen und erzieherischen Kompetenz zu unterstützen und die Weiterentwicklung des Unterrichts und der Arbeit der Schule in ihrem Selbstverständnis als pädagogische Handlungseinheit und lernende Organisation zu fördern.

Wegen dieser Bedeutung für die Schulentwicklung, Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung schulischer Arbeit ist Fortbildungsplanung ein zentrales Element der Schulprogrammarbeit. Strukturen und Inhalte der staatlichen Lehrerfortbildung sollen die Schulen dabei in ihren Entwicklungsprozessen stärken.

 

Fortbildungsplanung und Schulprogramm

 

Fortbildungsplanung ist auf die Realisierung des Schulprogramms ausgerichtet und gleichzeitig auch selbst ein zentrales Element des Schulprogramms. Das Schulprogramm enthält neben dem Fortbildungsplan eine Beschreibung der Entwicklungsziele der Schule, jeweils auf ein bis drei Schuljahre bezogene Arbeitspläne sowie Planungen zur Evaluation. Fortbildung unterstützt die Schulprogrammarbeit und trägt zur Umsetzung des Schulprogramms bei. Zu den zentralen Elementes des Schulprogramms zählen:

 

Zentrale Elemente des Schulprogramms

 

  1. Leitbilder/ Entwicklungsziele
  2. Arbeitspläne
  3. Fortbildungsplanung
  4. Evaluationsplanung

 

Zuständigkeiten für Fort- und Weiterbildung

 

Fortbildungsplanung ist die gemeinsame Aufgabe aller Lehrerinnen und Lehrer. Die Schulleitung berät und unterstützt das Lehrerkollegium bei der Planung und Durchführung von Fortbildungsmaßnahmen. Dazu werden unter anderem Mitarbeiter- Zielvereinbarungsgespräche genutzt.

Die Lehrerkonferenz entscheidet über allgemeine Grundsätze der Lehrerfortbildung.

Die Schulleitung entscheidet unter Mitwirkung des Örtlichen Personalrats  über die Genehmigung von Fortbildungen. Grundsätzlich wird diese angestrebt, wenn dienstliche Belange nicht dagegen stehen. Außerdem gilt § 101 SchulG M-V. Laut Geschäftsverteilungsplan der Reuterstädter Gesamtschule Stavenhagen gehören zum Aufgabenbereich der Steuergruppe die Planung von innerschulischen und außerschulischen Lehrerfortbildungsveranstaltungen. Mit Einführung des  Fortbildungsbudgets und des so genannten „Nasensatzes“ zeichnet die Arbeitsgruppe „Finanzen“ verantwortlich für die Verwaltung und Abrechnung des Fortbildungsbudgets (Kostenabrechnung von Moderatoren, Referenten, Lehrerinnen und Lehrern, innerschulische Nachweisführung, Online-Erfassung).

 

Bereiche und Schwerpunkte der Fortbildung

 

Die Fortbildungsplanung unserer Schule trägt zur Unterstützung und Weiterentwicklung des Schulprogramms und zur Förderung der Schulentwicklung bei und ist an folgenden grundsätzlichen Schwerpunkten orientiert:

 

§         Unterrichtsentwicklung auf der Basis des schulinterne Lehrplans (vor allem Kompetenzentwicklung)

§         individuelle Förderung

§         Erziehungsarbeit

§         Schulentwicklung

§         Lehrergesundheit

 

Aus diesen Schwerpunkten entsteht Fortbildungsbedarf in den Bereichen individueller sowie gruppen- bzw. konferenzbezogener Fortbildung. Hinzu kommt der Fortbildungsbedarf des Gesamtsystems. Im Rahmen unserer Schulentwicklungsplanung entsteht ein Fortbildungsbedarf, der jährlich erfasst und konkretisiert wird.

 

 

 

 

 

Allgemeine Verfahrensschritte

 

Die Verpflichtung zu einer systematischen Fortbildungsplanung kann nur im Rahmen überschaubarer Prozesse eingelöst werden, in deren Verlauf Prioritäten für Fortbildungen gesetzt und Entscheidungen über die Verteilung von schulischen Ressourcen (Geld, Zeit, Freistellung) getroffen werden müssen.

Die Ergebnisse dieses innerschulischen Abstimmungsprozesses werden in einem Fortbildungsplan festgehalten, der in der Regel für 3 Schuljahre Gültigkeit hat. Die Umsetzung wird jährlich evaluiert und bei Notwendigkeit erfolgt die Fortschreibung. Transparenz der Planungen und Entscheidungen steht im Mittelpunkt.

 

Allgemeine Schritte zur Fortbildungsplanung

 

Schaubild zum Fortbildungskonzept

 

 

Ermittlung des Fortbildungsbedarfs

 

Zu Beginn eines Schuljahres wird der Fortbildungsbedarf (einschließlich des Bedarfs im Wege einer Fortschreibung) für schulinterne Lehrerfortbildungen im Rahmen der Planung der Schulentwicklung (Jahresplanung) bis zum Ablauf der 4. Schulwoche in den Konferenzen und Arbeitsgruppen erhoben. Die Bedarfsmeldung erfolgt durch die Konferenz- und Arbeitsgruppenleiter in Schriftform. Zu diesem Zweck verwenden alle Beteiligten ein einheitliches Formular, das folgende Mindestangaben enthält.

 

 

Auch Lehrerinnen und Lehrer sollen ihren individuellen Fortbildungsbedarf zu diesem Zeitpunkt anmelden. In der Regel ergeben sich schulexterne Fortbildungen aber erst im Verlauf des Schuljahres. Zur Beantragung von Individualfortbildungen ist es ebenfalls notwendig, ein Antragsformular auszufüllen und zusammen mit dem Ausschreibungstext der Fortbildungsmaßnahme bei der Schulleiterin einzureichen.

Auf der Grundlage der Bedarfsmeldungen erstellen Schulleitung und Steuergruppe einen Fortbildungsplan für das jeweilige Schuljahr, der im Lehrerzimmer aushängt.

 

Verwendung des Fortbildungsbudgets

 

Noch zu erstellen/ Nach Veröffentlichung der Verwaltungsvorschrift

 

Durchführung, Evaluation, Bericht

 

Noch zu erstellen/ Nach Absprache mit Schulleitung/ Steuergruppe

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorläufiger Arbeitsplan zum Fortbildungskonzept 2010 – 2013 - Beschlussvorschlag

 

Schuljahr

Individuelle Fortbildung-

Klärung in FK und ZVG

Fortbildung in Konferenzen-Klärung in FK, JaKo, AG

Schulinterne

Lehrerfortbildung

(finden jeweils an 2 Tagen der Vorbereitungswoche statt)

Thematische Lehrerkonferenzen

(Oktober, Dezember, März, April)

Fortbildungs-Exkursion

(Oktober)

Bemerkung

 

2010/ 2011

 

 

Auswertung externe EVA

1.Schülermethoden/ Arbeitstechniken

Lehrergesundheit

 

 

 

 

2. Entwicklung von Lesekompetenz/  Didaktisierung von Texten/ Deutsch in allen Fächern

2. Kompetenzentwicklung/

selbstgesteuertes Lernen

 

 

 

 

 

 

3.individuelle Förderung

 

 

 

 

 

 

4. praktische Beispiele des selbstgesteuerten Lernens 1

 

 

 

2011/ 2012

 

 

1. Unterrichtsmethoden/ Methodenvielfalt

1. praktische Beispiele für selbstgesteuertes Lernen 2

Kollegiale Fallberatung/

Supervision

 

 

 

 

2. Feedbackformen

2. Schülermotivation

 

 

 

 

 

 

3. individuelle Förderung

 

 

 

 

 

 

4. Binnendifferenzierung

 

 

 

2012/ 2013

 

 

1. Lernstandsanalyse/

Selbstreflexion

1. Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten

Interne Evaluation

 

 

 

 

2. Kollegiale Unterrichtsreflexion

2. Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten

 

 

 

 

 

 

3. individuelle Förderung

 

 

 

 

 

 

4. Zeitmanagement