Jüdischer Friedhof der israelischen Gemeinde Stavenhagenehemaliger jüdischer Friedhof Stavenhagen

Kurz nachdem der Zuzug  von Juden nach Mecklenburg wieder möglich war, siedelten sich auch Juden in Stavenhagen an. Zum jüdischen Leben der israelischen Gemeinde gehörte auch die Anlage eines Friedhofs. Im Jahre 1764 wurde die letzte Ruhestätte für Stavenhagener Juden auf einer kleinen, bewaldeten Anhöhe, die das Niederungsgelände um bis zu 5 Meter überragt, am Rande des Stadtholzes angelegt. Bis 1938 befand sie sich in sehr gutem Zustand und wurde durch den Gemeindeprediger Sally Schlachter gepflegt. Am Vormittag des 10.11.1938 wurden Friedhof, Friedhofswagen und Feierhalle im Zuge der November-Progrome verwüstet.

Trotz des Angriffs auf die israelische Gemeinde und weiterer Repressalien wurde der Friedhof noch bis zur Deportation der letzten 10 Juden aus Stavenhagen bis 1942 wieder hergerichtet und weiter gepflegt. Am 05.02.1943 erklärte der damalige  Stavenhagener Bürgermeister das Gelände des Friedhofs zum Eigentum der Stadt. Die jüdische Begräbnisstätte wurde eingeebnet und aufgeforstet. Die Überreste von Grabsteinen und Einfriedungen wurden zu "kriegswichtiger Weiterverwendung" demontiert, überführt und auf einem städtischen Grundstück zur Wiederverwendung gelagert. Die auf dem Friedhof sich noch befindenden Grabsteine sollen von einem ansässigen Steinmetz abgeholt und weiterverarbeitet worden sein. Zeitzeugen berichten, dass der Steinmetz sich aus dem gennanten Grund nach Ende des 2. Weltkrieges das leben nahm.

In der Nähe des ehemaligen jüdischen Friedhofs entstand in den 50er Jahre im so genannten "nationalen Aufbauwerk" ein Sportplatz. In der Folge wurde in den Jahren 1979/ 1980 auf der Anhöhe des  Friedhofsgeländes ein Sportlerheim errichtet, das jedoch 1992, im Zusammenhang mit der Planung einer jüdischen Gednekstätte, abgerissen wurde.